Davide Anzaghi - Biografie

      Davide Anzaghi  wurde am 29 November 1936 in Mailand (Italien) geboren. Sein Vater, Luigi Oreste, ein Musiker, widmete sein ganzes Leben der Musikerziehung  und begann seinen Sohn Davide schon in früher Kindheit in Musik zu unterrichten. Anzaghi ist Absolvent des Conservatorio G. Verdi di Milano in Komposition, Orchesterleitung, Chormusik und Chorleitung sowie Klavier.
Nach seiner akademischen Ausbildung belegte er Kompositionskurse bei Giorgio Federico Ghedini und Franco Donatoni. Von der anfangs angestrebten Konzertkarriere verabschiedete er sich schnell und begann seine Lehrtätigkeit. Er unterrichtete am Istituto Musicale Donizetti in Bergamo, am Konservatorium  in Brescia und erhielt danach  eine Professur für Komposition am Conservatorio di Milano. Seit seiner Geburt lebt Davide Anzaghi in der Hauptstadt der Lombardei, wo er als Komponist, Kompositionslehrer und Förderer der Musik tätig ist.

      Das Interesse für Komposition – stets gegenwärtig – verstärkte sich 1968. Seit diesem Jahr begann seine rege Tätigkeit als Komponist, und er wurde bei der Teilnahme an nationalen und internationalen Wettbewerben mit Auszeichnungen belohnt. 1970 und 1971 gewann Anzaghi den Kompositionswettbewerb für Klavier mit Segni und Ritografia. Die Jury setzte sich zusammen aus F. Donatoni, G. Gorini, G. Petrassi und N. Rota; Vorsitzender war  Gianfrancesco Malipiero. 1973 wurde seine Komposition für Orchester Limbale beim  X . Concorso Internazionale di Composizione Sinfonica Ferdinando Ballo, von Pomeriggi Musicali di Milano ausgerichtet und von der Jury bestehend aus P. Rattalino, L. Rognoni, G. Petrassi, F. Siciliani, C. Togni, und G. Turchi mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Im Jahr 1974 gewann er mit der Komposition für großes Orchester Ausa den internationalen Olivier Messiaen Wettbewerb. Der Jury gehörten G. Ligeti, W. Lutoslawski, Ton de Leeuw und I. Xenakis an. Den Vorsitz hatte Messiaen selbst. Nochmals  im Jahr 1974 wurde Davide Anzaghi von der Jury für seine Komposition für Kammerorchester Egophonie der Gewinn des Premio G. F. Malipiero zugesprochen.

      Die Kompositionen der siebziger Jahre sind durch Experimentieren geprägt. Ab dem Jahr 1984 hat Davide Anzaghi seine Kompositionen einer Erneuerung unterzogen. In dieser taucht   eine deutliche pythagoreische Beeinflussung und ein neues poetisches Verhalten auf: die Rolle des Zuhörens gewinnt dadurch an Wert.  Um dies zu privilegisieren, verfolgt sein kompositorischer Gedanke sowohl die maximale Wirksamkeit als auch die handwerkliche Qualität. Um die Fähigkeit des mühelosen Zuhörens  zu bekommen, bewegt sich sein esoterischer Zahlencode in Richtung einfacher und leicht zu begreifende musikalische Strukturen.
Anzaghis Kompositionen wurden in den meisten nationalen und internationalen Konzertsälen aufgeführt. Seine Biographie und sein Werksverzeichnis sind weltweit in den Enzyklopädien aufgeführt. Seine Werke wurden bis Ende 1995 vom Verlag Suvini & Zerboni veröffentlicht.  Andere wurden von Nuova Carisch, Berben, Curci, etc. verlegt.
1994 gründete er den Verband Zeitgenössische Kunst Novurgìa (www.novurgia.it ), dem er selbst vorsitzt. Dieser verpflichtet sich der Förderung interdisziplinärer Tagungen. Novurgia hat bereits im Palazzina Liberty, im Theater Litta und im Spazio Oberdan Veranstaltungen der Musik, Poesie, Malerei und Bildhauerei der wichtigsten Künstler des zwanzigsten Jahrhunderts organisiert. In Mailand wurden der Öffentlichkeit folgende Künstler präsentiert: T. Kemeny und E. Sanguineti (Poesie); A. Cavaliere, G. Pomodoro, M. Rossello (Bildhauerei);  Hsiao Chin, F. De Filippi, L. Del Pezzo, F. Francese, E. Isgrò, U. Mariani, C. Olivieri, M. Rotella, F. Squatriti, V. Vago, M. Staccioli und E. Tadini (Malerei). Innerhalb der Konzertsaison wurden Werke der angesehensten lebenden Komponisten uraufgeführt.
Davide Anzaghi gehörte dem Verwaltungsrat CdA der Pomeriggi Musicali di Milano unter dem Vorsitz des Musik-Bürgermeisters G. Petra an und war außerdem Mitglied der CdA dell’Angelicum.


     

Für viele Jahre war er Dozenten-Koordinator für Kompositionslehrer am Conservatorio di Milano. Sechs Jahre lang bis Ende 2003 war er Mitglied des Verwaltungsrates der Hochschule. Im Frühjahr 2004, während der Hochschulreform, wurde er in den ersten Akademischen Rat der gleichen Institution gewählt. Zurzeit repräsentiert er die Hochschule im CdA der Verdi-Stiftung. Seit September 2003 ist Anzaghi Präsident der SIMC, Società Italiana di Musica Contemporanea (www.simc-italia.it). Die SIMC ist die italienische Sektion der International Society of Contemporary Music (ISCM), die in fünfzig Ländern vertreten ist. Er ist für die Konzerte der Triennale verantwortlich. Davide Anzaghi fungiert als musikalischer Berater der Stiftung Vacciago Calderara di Orta.


DAVIDE ANZAGHI
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